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Nur
einen Steinwurf von Goethes Wohnhaus am Frauenplan entfernt ragt die
Großplastik auf dem Hochschulforum in Weimar, dem Platz vor dem Haupteingang
des neuen Hörsaal- und Bibliothekgebäudes der Bauhaus-Universität, mächtig
empor. Die Rückenlehne des überdimensionalen Stuhls ist 7,50 Meter hoch, die
offene „Sitzfläche“ befindet sich 3,50 Meter über dem Boden. Die vier
Stuhlbeine bilden einen rautenförmigen Grundriss, wobei die Kanten jeweils
parallel zu den Grundlinien der Baukörper verlaufen, die die Skulptur von drei
Seiten umgeben. Hierdurch wird eine größere räumliche Wirkung erzielt, als sie
bei einer quadratischen Anordnung gegeben wäre. Die Arbeit weist zur neuen
Bibliothek hin und kann von vier Seiten her durchquert werden. Sie hat insofern
auch eine Torfunktion.
Aus
neun grob behauenen Eichenstämmen, die insgesamt 20 Tonnen schwer sind,
zusammengesetzt, entfaltet der riesige Stuhl eine archaische Kraft. Bei aller
Größe und allem Gewicht wirkt die Skulptur dennoch nicht wuchtig und
erschlagend. Sie greift im Gegenteil die klare Linienführung, Offenheit und
Transparenz des Bibliotheks- und Hörsaalgebäudes auf, das der preisgekrönte
Münchner Architekt Andreas Meck geplant hat.
Thematisch nimmt die Skulptur „Lehrstuhl – leerer Stuhl“ Bezug auf die Universität als Lehrinstitution einerseits und auf die Sitzgelegenheit Stuhl andererseits, die sowohl im Hörsaal als auch im Lesesaal der Bibliothek elementar ist. Durch das verwendete Material Eiche korrespondiert die Plastik mit der benachbarten Bibliothek, die komplett mit Eiche ausgekleidet ist.
The title of this sculpture is a play-on-words
(“lehrstuhl” meaning an
academic chair or post and “leerer Stuhl” meaning a vacant chair or seat).
Only a stone’s throw away
from Goethe’s house at Frauenplan, the huge sculpture towers mightily over the
University forum in
Composed of new roughly
chopped logs of solid oak, weighing a total of 20 tonnes, the pieces of the
huge seat display an archaic strength. Despite its size and weight the
sculpture does not give a bulky or unwieldy impression. On the contrary, it
grasps the clear lines, openness and transparency of the library and lecture
theatre building designed by prize-winning
The sculpture “academic chair
– vacant chair” refers on one hand to the theme of the University as a teaching
institution and on the other the possibility to sit on a seat, a fundamental
element in both the lecture theatre and the reading-room of the library.
Through its use of oak, the sculpture corresponds with its surroundings, as the
neighbouring library is completely lined with oak.